History for the reading Brain

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History for the reading Brain

Post by Gerhard Futkanister on Wed May 11, 2016 3:43 am

Manchmal befällt mich der nicht unangenehme Eindruck, dieser Ozwan, der sich vor mir erstreckt wäre endlos. Mein treues Floß sattelt mich geduldsam über den Hinderniskurs (Reitpoesie) Pazifisches Ostseebecken (Meereskunst).
Da! Ein Wal bläst zu backbord. Will er mich entern? Ich komme dir zuvor, Moby Dick! So springe ich behende auf den Rücken des Meeressäugers und stoße ihm meine mannshohe Harpune stolz in den Wanst. Stirb, Ungeheuer, stirb! Mit ermattendem Auge blickt er mich an, der Behemoth, der Leviathan. Dann sinkt er, mich in seinen Lefzen fangend, tief hinab in den Schlund Poseidons.
Mein Mut sinkt mit uns.
Mein Lunge schnürt sich um sich selbst, der Druck auf meinen Ohren fährt zu schrillem Kreischen auf. Immer noch ramme ich dem Wal meine Lanze in den Leib. Nicht nachlassen! Lasse ihn deinen Hass spühren.
Und dann, wie plötzlich weggeweht löst das Walungeheuer seine Tentakel, und ich bin frei.
Der geblähte Kadaver versinkt unter mir, sein mässiges Gefieder knisternd unter der Last der Wogen über uns.
Ich lasse mich treiben. Geniesse die Stille der Tiefe. Denn schon bald werde ich auftauchen müssen.
Und dann heisst es wieder
zurück auf das Scheisse Floss, Scheisse.
  ---  Aus den Aufzeichnungen von Arnulf Westcoast, Admiral zur See und seine Abenteuer als Schiffbrüchiger zu Flosse zw. den Jahren unseres Herren 1789 und 1805, London 1908

youtube.com/watch?v=8TIklXtMDGk

Gerhard Futkanister
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